Künstlersozialkasse (KSK)

20. Feb. 2017: Die Abgabe an die KSK fällt ab 2017 von 5,2% auf 4,8% der Auftragssumme. Schöne Neuigkeiten, aber wer profitiert hiervon eigentlich? Wir wollen in einer kurzen Übersicht zeigen, was die Künstlersozialkasse (KSK) ist, für wen sie relevant ist und warum eine sorgfältige Prüfung hierbei elementar ist.

Was ist die KSK?

Das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) und die vom Gesetzgeber mit der Umsetzung dieses Gesetzes beauftragte Künstlersozialkasse (KSK) wollen selbständigen Künstlern und Publizisten einen ähnlichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung ermöglichen wie Arbeitnehmern. Die weltweit einmalige Institution ersetzt den fehlenden Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben von Künstlern, Autoren und anderen freischaffenden Kreativen. Aktuell versichert die KSK 180.000 Personen dieser Berufsgruppen. Finanziert wird die Künstlersozialversicherung zu knapp einem Drittel durch die Künstlersozialabgabe. Seit 1983 müssen unter anderem Theater, Verlage, Galerien und Werbeagenturen sowie andere Auftraggeber diese Sonderabgabe entrichten. Durch diese Abgaben nimmt die KSK jährlich rund 250 Millionen Euro ein, 175 Millionen stammen zusätzlich aus dem Bundeshaushalt und 460 Millionen aus Versichertenbeiträgen.

Auf was müssen Sie achten?

Wichtig: Die Pflicht zur Prüfung auf Versicherungspflicht liegt beim Auftraggeber – also bei den beschäftigenden Agenturen. Das Regelwerk für die Abgaben zur Künstlersozialkasse ist komplex. Fehler sind schnell gemacht. Lesen Sie, auf was Sie achten müssen und wo Vorsicht angebracht ist, damit Ihr Unternehmen nicht nachträglich zu Kasse gebeten wird und damit die Zusammenarbeit zwischen Ihrem Unternehmen, der betreuenden Agentur oder den beauftragten Künstlern ungetrübt bleibt. Meist sind wir mittlerweile sensibilisiert, wenn es um nahmhafte Künstler geht, aber es gibt zahlreiche weitere freischaffende Berufsgruppen, die ebenfalls abgabepflichtig sind. Wenn Sie sich unsicher sind, dann empfehlen wir Ihnen, sich bei der KSK zu informieren, bevor lästige Nachzahlungen auf Ihr Unternehmen zukommen.

Wer ist abgabepflichtig?

Die Unternehmen, die typischerweise künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen verwerten, sind im Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) aufgezählt. Allgemein lässt sich zusammenfassen: Alle Unternehmen, die durch ihre Organisation, besondere Branchenkenntnisse oder spezielles Know-how den Absatz künstlerischer oder publizistischer Leistungen am Markt fördern oder ermöglichen, gehören grundsätzlich zum Kreis der künstlersozialabgabepflichtigen Unternehmen.

Für wen muss gezahlt werden?

Oft liegt beim Begriff „Künstler“ der Gedanke an Bühnenprofis wie Varieté- oder Zirkuskünstler, Schauspieler, Moderatoren, Musiker, Orchester, Chöre oder auch Veranstalter, Agenturen und Künstlermanager nahe. Wussten Sie aber auch, dass für Autoren, Fotografen, Journalisten sowie alle Hersteller von bespielten Bild- und Tonträgern ebenso KSK-Abgaben anfallen? Genauso wie für Kameraleute, Texter, Konzeptioner, Museumskünstler oder Einrichtungen für künstlerische und publizistische Tätigkeiten.
Personen, Unternehmen, Vereinigungen, Vereine etc., die sich in einem oder mehreren der oben aufgeführten Tätigkeiten und Bereiche wiederfinden – wenn auch nur teilweise – sollten sich zur Klärung Ihrer Abgabepflicht und zur Vermeidung von Nachteilen an die Künstlersozialkasse wenden.
Achtung: Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass die Abgabe nur auf die Honorare von Personen zu zahlen ist, die selbst auch über die KSK versichert sind.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Lediglich wenn Sie als Privatperson handeln oder nur sehr gelegentlich Bedarf an Künstlern haben, kann die Abgabe der KSK entfallen. Für Gesellschaften mit beschränkter Haftung und Einzelunternehmen mit mehr als zwei Mitarbeitern sind ebenso keine Abgaben an die Künstlersozialkasse zu entrichten.
Wir empfehlen Ihnen aber dringend, sich zu informieren, wenn Sie möglichen finanziellen Schaden vermeiden wollen.
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